Die 10 Social Media Thesen, oder sind es mehr?

Schlosskirche Wittenberg

Thesentür, Schlosskirche Wittenberg

Wir stehen am Ende einer Ära, die klassische Arbeitsteilung und die Prozesswelt bringt keine Fortschritte mehr. Im letzten Jahrhundert haben wir die Modelle von Taylor und Ford ausgenutzt und die Produktivität der Wirtschaft laufend und exponentiell gesteigert.

Alles wurde in Einzelteile zerlegt, klar definiert und abgegrenzt. Produktion, Forschung, Vertrieb, Marketing, Einkauf, …, wehe dem, der sich bei anderen einmischt, auch wenn es dem gesamten Unternehmen hilft. Dieses Vorgehen war gut, bringt uns im 21. Jhdt. aber nicht mehr die gewünschten Erfolge.

In der westlichen Welt bedeutet Taylorismus heute, ein Enterprise 2.0 zu werden.

Enterprise 2.0 sucht die schöpferische Kraft der Mitarbeiter umfassend zu nutzen, indem es ihnen die Möglichkeiten bietet, jenseits eines engen Aufgabengebietes freiwillig mehr Verantwortung zu übernehmen, Meinungen kundzutun und sich im beruflichen Alltag mehr von ihren persönlichen Neigungen leiten zu lassen. [Sören Stamer, 2010]

Warum ich persönlich an den Erfolg von Social Media für Unternehmen und an den Change 2.0 in Richtung Enterprise 2.0 glaube:

1. Die industrielle Revolution ist zu Ende

2. Das exponentielle Wachstum der klassischen Corporates ist vorbei

3. Die Revolution des Wissen hat begonnen

4. Märkte werden transparenter und Unternehmen müssen sich öffnen.

5. Wertschöpfungsketten werden sich grundlegend verändern.

6. Alles ist mit allem verbunden, wir denken und handeln vernetzt.

7. Wir teilen unser Wissen gerne und lieben soziale Kontakte.

8. Entscheidungen basieren auf Vertrauen.

9. Menschen (Mitarbeiter&Kunden) wollen Selbstbestimmtheit, es gibt nur einen Verantwortlichen, das Individuum.

10. Die Industrialisierung des Wissens hat begonnen, Social Media ist das Fliesband der Wissensproduktion.

Martin Luther schrieb auch nicht gleich alle 95 Thesen auf einmal. Ich fordere daher alle Leser auf, diese Social Media Thesen zu erweitern. Input per Postkarte, Brief, E-Mail, Facebook, XING, Twitter, Blogkommentar, Telefon oder auch persönlich.

Die Thesen werden mit dem Namen des jeweiligen Autors veröffentlicht, wahrscheinlich nicht an einer Kirchen aber im Internet und in einem Buch!

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3 Antworten auf Die 10 Social Media Thesen, oder sind es mehr?

  1. Hallo,

    ich glaube auch daran! Speziell die These 3 und 7 haben es mir angetan. Sicher, in erster Linie wird die interne Kommunikation, der interne Informationsfluss und folglich die Transparenz positiv beeinflusst (Folge: Prozesse werden optimiert, Kosten minimiert etc.) Diese Aspekte dürften ebenfalls Innovationen jeglicher Art fördern – Stichwort: internes Crowdsourcing, Vorschlagswesen im großen Rahmen.
    Als jemand für viele Themen aufgeschlossen, habe ich z. T. über Diskussionen, Austausch und Beiträgen in den SocialMedia-Kanälen mein eigenes Wissen (Stichwörter HR: pers. Entwicklung/ Bildung, etc.) in einigen Bereichen intensiviert, bzw bin mit einer anderen Betrachtung im nachhinein heran gegangen.
    Sofern interne Belange positiv beeinflusst werden, der wichtigste Faktor „Mensch“ des Unternehmens von diesem Einsatz profitiert, werden externe KPIs und ROI lediglich zur Begleiterscheinung…

  2. @ Sofern interne Belange positiv beeinflusst werden, der wichtigste Faktor “Mensch” des Unternehmens von diesem Einsatz profitiert, werden externe KPIs und ROI lediglich zur Begleiterscheinung…

    Meine Vision wäre ja auch ein Unternehmen, dass ohne Reporting, KPI, ROI,…funktioniert, aber es wird nicht funktionieren. Selbst Sportler (die tun ihr Ding doch wirklich gerne) haben klare Ziele/Vorgaben usw.

    @ Birgit: formuliere doch bitte eine These, bei 95 mache ich ein Buch daraus

    Die Kunst der Manager/Unternehmer der Zukunft wird es sein, die Balance zwischen Vorgaben und Loslassen zu finden. Jetzt heißt es Fokus auf Freiraum, die letzten Jahre der Jahres/Quartals/Monats/Wochen und Tagesberichte funktionieren nicht mehr, siehe Wirtschaftskrise.

    For

  3. Angie Weinberger sagt:

    Sehr gute Thesen. Ich teile die Auffassung. Wir werden alle unternehmerischer denken.
    Jeder ist sein eigener Unternehmer und vertritt in erster Linie seine eigene Marke. Wenn ich intern ein gutes Standing habe, werde ich genutzt, gebucht und erweitere mein Aufgabenspektrum stetig.

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